Vegan Heaven in Portland

Portland hatte vor unserem Trip von allen US-Städten am meisten mein Interesse geweckt. Nach allen Recherchen war ziemlich schnell klar: hier kannst du´s als Veganer besonders lang aushalten. Schon vorweg hatten wir eine lange Liste an Restaurants und Cafés, die wir besuchen wollten und gar nicht wussten, wie wir das alles an den paar Tagen schaffen sollten.

So entschieden wir uns recht spontan für drei Nächte in Portland. Und fast genauso spontan auch für ein Air BnB, statt eines Hotels. Interessant wäre zwar sicher das Heathman Hotel aus 50 Shades of Grey gewesen – um noch eine Movie Location mitzunehmen – jedoch überstieg das dann doch unser geplantes Budget. Ein zusätzlicher Vorteil eines Air BnB war, dass wir endlich ein paar vegane Leckereien aus dem Supermarkt zubereiten konnten, was ja im Hotel so nicht möglich ist. Die perfekte Lösung also für uns!

“Willkommen in Portland, Oregon – der Stadt, die anders ist. Hipster-Hauptstadt, Foodie-Hochburg, Öko-Paradies, Kreativen-Metropole.”

Der Tagesspiegel

Anreise & Unterkunft

Für Portland verließen wir das erste Mal die Route direkt an der Küste und fuhren etwas weiter ins Landesinnere. Auf der Interstate 5 North fährt man direkt nach Portland. Für unser Air BnB waren wir noch etwas zu früh dran, denn Einchecken war erst ab 16 Uhr möglich, so stand als erstes Ziel ein gemütliches Café auf dem Plan, welches wir in den Tagen in Portland sogar mehrmals besucht haben.

Die Back to Eden Bakery hat in Portland drei Filialen. Das Café neben dem Dessert Shop und den Food Cart. Wir steuerten zuerst den Dessert Shop an, denn dort gibt es neben Soft Serve Ice-Cream (unbedingt die cremige Sorte Erdbeer ausprobieren!) auch leckere Cupcakes. Davon nahmen wir dann zwei mit in das Café nebenan. Hier bekommst du dann die passende Kaffeespezialität dazu. Beides liegt in der Alberta Street, die voll ist von kleinen Shops und jeder Menge Cafés und Restaurants. Auch viele vegane Locations findest du direkt hier.

Umso erfreulicher für uns, dass unser AirBnb gar nicht so weit entfernt war, mit dem Auto nur 10 Minuten, aber auch den Fußweg schafften wir an einem Abend sehr gut. Parken war in Portland größtenteils endlich mal kostenlos an der Straße möglich oder in der Innenstadt gegen eine geringe Parkgebühr, aber nach den letzten Tagen hinterm Steuer war ich ganz froh, die gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsmittel in Portland zu nutzen. 

Öffentliche Verkehrsmittel

In Portland kannst du viel zu Fuß erreichen, das ist kein Problem. Etwas problematisch ist mancherorts der schlechte Ausbau von Fußgängerwegen – trotz „grüner Stadt“ merkt man eben doch, dass der Amerikaner gerne Auto fährt.

Günstig nutzen kannst du hier die Portland Streetcar. Ein Tagesticket kostet 5 Dollar und damit kannst du auch die Busse nutzen, mit denen du überall in Portland hinkommst. Die Einwohner nutzen das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel auch sehr zahlreich.

Portland Aerial Tram

Die Luftseilbahn solltest du unbedingt auf deine To-Do-Liste setzen. Diese Bahn verbindet den südlichen Stadtkern mit dem großen Universitätsklinik-Zentrum auf dem Marquam Hill. Fahrten von der Klinik ins Zentrum sind kostenlos, umgekehrt ist die Fahrt gebührenpflichtig. Wir haben die Gelegenheit genutzt, den Weg durch den Park auf den Marquam Hill zu gehen, um von dort die Talfahrt zu genießen.

Sightseeing

Portland gehört nicht zu den klassischen Sightseeing Städten der USA. Ich würde sagen, es ist eher eine Stadt zum leben. Das öffentliche Nahverkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut, so dass alle gut zu ihren Jobs kommen. Es gibt viele Bars, Restaurants, Cafés und Grünanlagen zum Entspannen.

Das Pioneer Court House und der Pioneer Courthouse Square bilden das Zentrum der klassischen Sightseeing Attraktionen.

Ira Kellers Fountain Park ist ein großer Brunnen mit Wasserfall mitten im südlichen Zentrum von Portland. Hier lohnt es sich, kurz zu verweilen.

Abendessen

An unserem ersten Abend besuchten wir die Bye & Bye Bar. Hier gibt es die besten Cocktails und echt leckeres Essen. Von der Bowl über Klassiker wie ein Reuben oder  Tortilla Chips bis zum Meatball Sub. Alkohol soll man ja nicht auf nüchternen Magen trinken!

Die Location ist auch recht sehenswert. Eine klassische, rustikale Bar mit großer Fensterfront, die bei sommerlichen Temperaturen komplett geöffnet wird und eine direkte Verbindung zum Biergarten ermöglicht. Gemütliches Zusammentreffen von Freunden wird hier groß geschrieben, der Service ist auch sehr zuvorkommend – Selbstbedienung – bestellt und bezahlt wird alles an der Bar. Hier wird übrigens von jedem, der Alkohol bestellt, der Ausweis geprüft. Es ist also ratsam, Führerschein oder Personalausweis einzustecken.

Vegan Mini Strip Mall

Portland verfügt über eine komplett vegane Mall. Hier solltest du aber nicht mit zu großen Erwartungen rangehen, das Ganze sieht im Internet viel größer aus. Aber immerhin, es gibt ein Café mit leckerem Essen, einen Shop mit Klamotten und Accessoires, einen Mini-Supermarkt und ein Tattoo Studio. Wir haben natürlich gleich im Supermarkt einige Snacks für unsere weitere Reise einpackt, wie Tofu Jerky, ein bisschen bei den Klamotten gestöbert und uns einen ordentlichen Mittagssnack im Café Sweetpea gegönnt.

Portland zu Fuß

Tatsächlich sind wir in Portland so viel zu Fuß gegangen, dass wir zwischendrin immer mal wieder einen Snack und ein Getränk benötigt haben. Aber auf Grund der Fülle an veganen Locations und den ganzen Leckereien war das auch dringend nötig, sonst hätten wir gar keinen repräsentativen Überblick erhalten…

Bei Papa Gs (Vegan Organic Deli) haben wir uns nur einen schnell Drink gegönnt: eine hausgemachte Limonade und eine Blueberry Kefir Shake. Total lecker! Hier gibt es auch wirklich günstige Mittagessen und wir hatten den Eindruck, dass hier viele Leute, möglicherweise auch keine eingefleischten Veganer zum Mittagessen einkehren.

Noch mehr kulinarische Highlights findest du wie immer in meinen archivierten Stories bei Instagram.

Der No Bones Beachclub wurde uns in einigen Geschäften wärmstens empfohlen – witzigerweise auch von Nicht-Veganern. Wir waren in Portland nämlich noch in einigen Pet Stores, da ich auf der Suche nach einem neuen Geschirr und einer neuen Fleecejacke (oder ähnliches) für unseren Paul war. Gefunden haben wir in Portland eine Softshelljacke und viele vegane Hundesnacks.

Auf dem Foto siehst du jedenfalls gebackene Banane mit Kokos- und Kaffeeeiscreme. Superlecker!!! Für „zu Hause“ haben wir uns noch Nachos mit Chili-Cheese-Topping und Guacamole mitgenommen. Das sah zwar nach dem Transport etwas fies aus, aber hat immer noch super geschmeckt.

Raus aus Portland und die Natur entdecken

Unseren letzten Tag in Portland frühstückten wir mal auswärts und zwar im Vita Café (vegetarisch-vegan). Es ist eine recht gewöhnungsbedürftige Location in den Räumlichkeiten einer alten Kneipe. Wer es gerne einfach mag und nicht viel Wert auf schöne Deko oder gemütliche Sauberkeit legt, kann hier richtig deftig frühstücken oder Mittag essen.

Anschließend fuhren wir raus zu den Multnomah Falls. Leider war ein Großteil gesperrt und wir konnten nicht bis zur Brücke hinaufgehen. Es gab dort in 2017 einen ziemlich großen Waldbrand und einige Stellen des Wanderweges wurden so zerstört, dass es nun gefährlich war, dort hinaufzusteigen. Dieser Platz ist natürlich extrem gut besucht von Touristen. Was aber dennoch immer wieder auffällt bei landschaftlichen Sehenswürdigkeiten: der Großteil sind amerikanische Touristen! Und das macht die Sache wirklich angenehm. Die Amerikaner haben wir durchweg rücksichtsvoll erlebt und somit gestaltete sich so ein „gemeinsamer“ Besuch einer Sehenswürdigkeit sehr angenehm, auch wenn einiges los war.

Aber nicht nur die Wasserfälle haben uns aus der Stadt gelockt. Die Natur um Portland herum ist sehr beeindruckend und es gibt immer wieder Aussichtsplattformen, die gut beschildert sind und du daher den Weg sehr gut findest, auch wenn du, wie wir, eher spontan unterwegs bist. Die Landschaft ist wunderschön, sehr weitläufig und grün – es erinnert an zahlreiche Filmkulissen und löst sofort dieses American Feeling aus!

Zurück in Portland gab es ein spätes Mittagessen im Vtopia – einer veganen Käserei, in der du natürlich diverse Käsesorten kaufen kannst, aber auch superlecker essen kannst. Wir gönnten uns ein Mac´n Cheese und ein Cheese Sandwich. Dazu eine hauseigene Saftkreation.

Als Dessert mussten wir unbedingt noch auf ein Softeis in der Back to Eden Bakery einkehren und noch ein paar letzte Eindrücke mitnehmen, bevor am nächsten Morgen schon sehr früh Portland verließen und spontan unseren Trip Richtung Vancouver B.C. fortsetzten.

Nice to know:

Location

  • Portland ist in der nordwestlichen Pazifikregion die zweitgrößte Stadt mit 2,3 Millionen Einwohnern im Großraum.
  • Es gibt eine ausgeprägte alternative Szene, die nicht nur den Umweltschutz aktiv voran treibt, sondern auch künstlerisch sehr stark ist.

Lebensmittel

  • In Supermärkten, vor allem Bio-Läden wie Natural Grocers oder Whole Foods findest du ein umfangreiches Angebot an veganen Lebensmitteln.

Fazit

Portland ist nicht die Shopping- und Sightseeing-Stadt. Wenn du nach Portland kommst, lohnt sich auf jeden Fall, ein Auto und festes Schuhwerk dabei zu haben, denn das Sehenswerteste ist die Natur von Oregon und dafür ist Portland die perfekte Ausgangsbasis! Kurz gesagt: Portland ist auf jeden Fall eine Reise wert, vor allem, wenn du vegan lebst.

Streetphotography by Peeraphotography

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2018-07-29T21:20:30+00:00Juli 30th, 2018|Categories: Travel|Tags: , , , , , , , , , , , |