Vancouver B.C. – The place to be!

Vancouver B.C. wurde auf unserem Roadtrip ein eher zufälliges Ziel. Wir hatten in Portland festgestellt, dass wir vier Tage überbrücken mussten, bevor unser gebuchtes Hotel in Seattle uns erwartete. Also wurde fix ein AirBnB in North Vancouver gebucht und los ging es von Portland, vorbei an Seattle und über die Grenze nach Vancouver.

Anreise & Unterkunft

Die Anreise war sehr entspannt, wir haben uns gut Zeit gelassen, einige Pausen eingeschoben, da unser Host des AirBnB erst ab 16 Uhr zu Hause war. Die beeindruckende Landschaft um Vancouver lässt sich kaum verbergen. Berge und Wälder wohin das Auge sieht und mitten in dieser Idylle befindet sich Vancouver!

Wir erreichten am späten Nachmittag unser AirBnB in North Vancouver. North Vancouver ist eine selbstständige Gemeinde und kein Stadtteil von Vancouver, obwohl man das sofort so empfindet, vor allem wegen der Nähe zur Großstadt. Es gibt natürlich ein Busverbindung in die City, wer Zeit und Lust hat, kann auch zu Fuß gehen.

Unsere Gastgeberin war sehr nett und zuvorkommend, das AirBnb befand sich im Dachgeschoss eines großen Einfamilienhauses direkt am Wald mit einer tollen Dachterrasse, einer voll ausgestatteten Küche, sowie allen Annehmlichkeiten – sogar Waschmaschine und Trockner – was wir nun das erste Mal auf unserer Reise nutzen wollten. Als wir nach der Busverbindung nach Vancouver fragten, wurde uns sofort erklärt, dass es mehr Sinn macht, mit dem Auto zu fahren – Die Kanadier ticken also wie die Amis: immer schön rein ins Auto für jede Strecke!

Aber es gab noch eine Überraschung, mit der wir nicht gerechnet hatten. Vancouver und Umland wollen umweltbewusster werden, daher gibt es strenge Müll-Trennregeln, die wir uns alle gar nicht merken konnten, daher gab es im AirBnB überall Übersichten, welcher Müll in welche Tonne muss. Konnte quasi nichts mehr schiefgehen…

Abends gingen wir noch in die Hafengegend von North Vancouver – komplett zu Fuß ohne Auto, wir Wahnsinnigen – , um den sagenhaften Ausblick zum Sonnenuntergang auf Vancouver, die Berge und das Wasser zu genießen. Ein kleiner Seehund zog dabei noch seine Kreise in der Bucht – ein toller Ausklang des Tages.

Downtown Vancouver

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg – mit dem Auto – nach Vancouver. Wir hatten uns ein Parkhaus rausgesucht, das wir direkt ansteuerten.

Im Gegensatz zu den vorher bereisten Städte der USA, wo die Problematik der Obdachlosigkeit überall unübersehbar war, sahen wir anfangs in Vancouver niemand, der an der Straße saß oder aufgebaute Zelte. Dann kamen wir dem Zentrum immer näher zwischen Chinatown und Downtown und wurden buchstäblich erschlagen von der hohen Anzahl der Menschen auf den Straßen. Das schockierte uns ziemlich. Zuerst hatten wir das Gefühl, Kanada hätte die Problematik erfasst und Lösungen entwickelt. Stattdessen wird hier das Problem eher auf eine bestimmte Region „verbannt“. Näher am Zentrum, kurz vor dem Parkhaus war wieder niemand zu sehen.

Später nutzten wir in einem kleinen Shop auch die Gelegenheit mit Leuten ins Gespräch darüber zu kommen. Uns wurde erzählt, dass es ein richtig großes Drogenproblem in Vancouver gäbe und damit einhergehend auch die große Obdachlosigkeit, sowie Prostitution und Kriminalität. Die Einwohner leben damit aber soweit ganz „gut“ und haben auch kein Problem damit, direkt in den Brennpunktvierteln zu wohnen.

Gastown

Gastown ist sowas wie das alte Zentrum von Vancouver. Hier findest du eine Menge kleiner netter Geschäfte und angenehmer Restaurants. Das Besondere an vielen Geschäften ist, dass lokale Anbieter gefördert werden, hier kannst du also auch ein paar Original Vancouver Klamotten kaufen, die noch nicht Mainstream international verkauft werden – denn davon gibt es schon einiges aus Vancouver.

Essen

Da Vancouver nicht nur eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt ist, sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legt, ist es nicht verwunderlich, dass auch die vegane Szene hier gut vertreten ist. Wenn du in Gastown unterwegs bist, sollte das Meet unbedingt mit eingeplant werden. Dieses Restaurant erfreut sich großer Beliebtheit, hier kann nicht reserviert werden, daher solltest du entspannt Wartezeiten einplanen, bis ein Tisch frei wird.

Souvenirs

Wenn du auch so ein kleiner Souvenir Jäger bist, wie wir, dann wirst du in Gastown sicher auch fündig. Hier gibt es wirklich nette Souvenirs, wie Magnete mit Holzfiguren, schöne Shirts, Ansichtskarten mit besonderen Fotos und Sticker!

Downtown Vancouver ist sehr gut fußläufig zu entdecken. Hier kannst du in aller Ruhe einen Tag spazieren gehen und immer wieder neue Locations entdecken – ganz nebenbei wirst du immer wieder einige Kunstwerke sehen.

Die Berge

Das absolute Highlight von Vancouver ist die grandiose Landschaft. North Vancouver liegt schon direkt am Fuße der Berge, daher dauerte der Weg von unserem AirBnB zum Lynn Canyon mit dem Auto nur etwa 15-20 Minuten. Ähnlich wie in den Nationalparks in den USA, gibt es auch in Canada Mini Trails, die Touristen zwischen 30-90 Minuten entlang spazieren können – ein kleiner Rundweg mit den schönsten Eindrücken, inkl. ein Weg über eine Schlucht via Hängebrücke.

Kurze Zwischenstopps

Tatsächlich führte uns der Trail wieder kurz an eine Straße. Hier gab es einen kleinen, süßen Laden namens „End of the line“ mit allerhand tollen Souvenirs, ebenso wie Snacks und Erfrischungen.

Da hab ich natürlich wieder zugeschlagen und ein paar in Vancouver handgefertigte Kleinigkeiten erstanden. Eine größere Pause haben wir aber nicht eingelegt, so herausfordernd war der Trail ja nun nicht – wir waren auch nicht wirklich auf einen Wanderurlaub eingestellt und so hat es dieser kleine, aber wunderschöne Ausflug auch schon getan.

Nach dem Lynn Canyon Park fuhren wir noch ein Stück weiter in die Berge Richtung Grouse Mountain, auf den man problemlos per Seilbahn kommt. Wir hatten für unseren Ausflugstag in die Berge einen Feiertag gewählt und rate mal, wer da noch alles auf den Berg wollte? Genau, scharenweise Touristen und Einheimische wurden mit Bussen und natürlich eigenen PKWs angekarrt. Da ist mir ehrlich gesagt die Lust etwas vergangen. Der Grouse Mountain lohnt sich sicher für eine ordentliche Wanderung oder auch zum Biken.

Wir haben uns das Schauspiel noch etwas angeguckt und uns dann doch für den Weg in das nächste Café entschieden, um den Tag ruhig ausklingen zu l

assen. Bei Delany´s gibt es problemlos Sojamilch für den Kaffee gibt und eine winzige Auswahl an veganem Gebäck – aber immerhin!

Food

Abends haben wir es uns mal wieder richtig gut gehen lassen und sind zu Heirloom gefahren – einem vegetarisch/veganen Restaurant der Extraklasse. Sehr minimalistischer Stil, freundliche zuvorkommende Bedienung, hohe Qualität der Speisen. Ich habe mich an den Beyond Meat Burger getraut. Eigentlich vermisse ich „Fleischgeschmack“ überhaupt nicht,  daher hat dieser Burger, der in den USA ziemlich gehyped wird, mich bisher nicht angesprochen. Aber ich kann dir dazu nur eins sagen: dieser Burger hat so sehr nach echtem Fleisch geschmeckt, dass ich den Kellner nochmal genau gefragt habe, ob das wirklich, wirklich vegan ist. Mein Fazit: ich würde ihn nicht nochmal essen wollen – er war zwar lecker, aber der Fleischgeschmack war mir dann doch etwas suspekt. Für ehemalige Fleischfreunde oder Fleischfreunde, die vegan leben möchten eine super Alternative!

Kitsilano Beach

Wie ich schon als Titel gewählt habe: Vancouver is the place to be! Nicht nur diese sagenhafte Natur in den Bergen, nein, Vancouver hat auch noch einen richtigen Strand! Kitsilano Beach ist der Ort, an dem sich alle versammeln, wenn das Wetter dafür geeignet ist. Als wir dort waren, war das auf jeden Fall so und auch ein Abendspaziergang am Kitsilano Beach lohnt sich!

Kultur

Unser AirBnB Host hat uns dringend empfohlen, das Museum of Anthropologe zu besuchen und genau das möchte ich dir auch ans Herz legen. Dieses Museum ist nicht nur an einem besonders schönen Ort mit einem tollen Aussengelände, sondern verfügt selbstverständlich auch über viele interessante Ausstellungsstücke und Infoecken zur First Nation.

Meine zwei heißesten Tipps für Vancouver

Auf jeden Fall solltest du für Mitbringsel (für deine Freunde oder dich selbst) bei Giving Gifts vorbeischauen. Ein kleiner, aber feiner Shop mit vielen regional produzierten Schätzen wie Kosmetik (größtenteils vegan), Homedeko, Schmuck, Shirts etc. – mir fällt gar nicht mehr alles ein. Ich bin mehrmals durch die Räume geschlendert, um alles aufzusaugen, das es dort gab. Eigentlich hab ich nur immer überlegt, was davon den Rückflug gut überstehen würde… Ich hätte alles gekauft! So, so schöne Sachen und ich liebe es, wenn kleine regionale Hersteller unterstützt werden. Also, wenn du nach Vancouver kommst, solltest du hier einen Zwischenstopp einlegen.

Den zweiten, ultimativen Tipp findest du in der gleichen Straße – du kannst das also super kombinieren: bei Buckets Ice-cream gibt es frisch zubereitetes Eis nach deinen Wünschen, davon sind auch einige Sorten vegan. Das Eis wird vor deinen Augen mit Flüssigstickstoff gefroren, was es super cremig und fluffig locker macht.  Wir hatten Schoko-Kokos und Mango. Leider hat richtig leckeres Eis auch seinen Preis, aber eine Kugel geht schon mal…

Stanley Park

Einen entspannten und ausgedehnten Spaziergang kannst du im Stanley Park, Vancouvers größten Stadtpark, machen. Wir sind zu einem öffentlichen Parkplatz am Prospect Point gefahren, um von hier aus die Lions Gate Bridge zu fotografieren. Das Ganze wurde dann doch zu einem ausgedehnten Fußmarsch, aber da das Wetter, wie immer schön war und die Leute unterwegs alle sehr rücksichtsvoll und angenehm (ja, hier gibt es auch für Radfahrer und Fußgänger noch Verkehrsregeln!) waren, gehörte dieser Ausflug einfach zu den zahlreichen empfehlenswerten Eindrücken.

Nice to know:

Location

  • Vancouver gehört jedes Jahr zu einer der Top 10  Städte weltweit mit der höchsten Lebensqualität
  • Die Region um Vancouver hat viel zu bieten, ein längerer Aufenthalt lohnt sich speziell für Naturliebhaber und Wanderer

Lebensmittel

  • In den Supermärkten findest du ein umfangreiches Angebot an veganen Lebensmitteln. Wir waren in Vancouver nicht zuletzt so selten auswärts essen, weil wir viel in unserem AirBnB zubereiten konnten.

Fazit

Vancouver ist auf jeden Fall eine Reise wert, kaum eine Stadt hat so viel zu bieten: Berge, Pazifik, Strand, Shopping, Kultur! Von Vorteil ist es aber, mit dem Auto anzureisen bzw. sich vor Ort eins zu leihen, das erhöht die Flexibilität.

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2018-09-05T20:14:15+00:00September 4th, 2018|Categories: Travel|Tags: , , , , , , , |