Die meisten wählen für einen USA Westcoast Roadtrip immer wieder die klassischen Strecken – meist von San Francisco oder Los Angeles nach Las Vegas, vielleicht noch den Yosemite Nationalpark dazwischen und zurück zum Ausgangspunkt.

Unseren Roadtrip haben wir sehr flexibel und ohne Reisebüro geplant. Herausgekommen ist eine Reise, die genau unseren Ansprüchen entsprach und an Flexibilität kaum zu übertreffen war.

Wir starteten in Los Angeles und erreichten nach 21 Tagen Seattle  von wo aus wir auch unseren Rückflug gebucht hatten. Aber nun alles der Reihe nach…

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Los Angeles

Dass wir uns so sehr in Los Angeles verlieben werden, haben wir selbst vor Abreise kaum erwartet. Als eingefleischter New York Fan hatte ich das auch kaum für möglich gehalten, wo doch diese Stadt so komplett anders ist – vielleicht aber gerade der Unterschied, der hier den Reiz ausmachte.

Nach Los Angeles reisten wir per Direktflug von München und nahmen dort direkt am Flughafen unser gebuchtes Auto entgegen. Und dann ging’s auch schon los.

Die Details, was wir alles in Los Angeles erlebt haben und welche Orte du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest findest du in den verlinkten Artikeln.

Highway No. 1

Los Angeles verließen wir Richtung Santa Barbara, um dann einen kurzen Abstecher zur Neverland Valley Ranch zu machen. Als alter Michael Jackson Fan war das quasi ein Muss – die Strecke würde ich aber ebenso allen nicht so sehr interessierten empfehlen. Der verhältnismäßig kurze Schwenker über Los Olivos zeigt eine recht unberührte Landschaft, oft kommt meilenweit kein Haus, die Straßen sind hier noch schlechter, als auf den Freeways und ich habe doch das eine oder andere Mal gehofft, dass das Auto vernünftig gewartet wurde und die Reifen okay sind. Die Landschaft hat diese Sorgen aber schnell wieder beiseite geschoben.

Morro Bay

Am späten Nachmittag erreichten wir Morro Bay. Ein kleines Küstenstädtchen mit jeder Menge Fischrestaurants, einem kleinen Bioladen und einem veganen Café, das ich dir sehr empfehlen möchte. Ansonsten gibt es hier definitiv eine steife Brise zu spüren für die ich alle – wirklich alle – meine langärmeligen Sachen aus dem Koffer übereinander angezogen habe und mich selbst verflucht habe, im Mai keine Handschuhe und Mütze eingepackt zu haben. Es war wirklich, wirklich kalt… Aber der Ort wunderschön. Also, pack dir eine Mütze ein und ab nach Morro Bay!

Essen gab es übrigens im Shine Café, direkt daneben befindet sich der dazugehörige Bioladen. Morro Bay ist so klein, dass du alles gut zu Fuß ablaufen kannst. Übernachtet haben wir im Sandpiper Inn, was für den Preis und in Anbetracht der einen Nacht vollkommen okay war.

Die Attraktion von Morro Bay ist aber sicher der Morro Rock, der 175 m aus dem Pazifik hinausragt und dem Hafen einen ganz besonderen Charme verleiht. Morro Bay ist ein sehr ruhiges Örtchen, das sich zum Entspannen, Spazieren oder wie wir es getan haben: für einen Zwischenstopp zum Energietanken für den restlichen Weg, eignet.

San Francisco

Am nächsten Morgen verließen wir Morro Bay und starteten Richtung San Francisco. Da der Highway No. 1 am Big Sur zu dieser Zeit gesperrt war, mussten wir wieder auf die Interstate 101 und damit direkt nach San Francisco. Vorteil bei einer Fahrt aus dem Süden nach San Francisco: du kannst dir die Mautgebühren über die Golden Gate Bridge sparen… Aber das war sicher nicht unser Antrieb, denn wir kamen ja schlicht und einfach aus dem Süden.

Was wir in San Francisco erlebt haben, kannst du hier nachlesen.

Zurück auf den Highway No. 1

Von San Francisco ging es endlich wieder zurück zum Highway No. 1, direkt an der Küste entlang. Wir haben grundsätzlich an Fahrttagen immer so 3-4 Stunden-Strecken eingeplant und so war unser nächster offizieller Zielort Fort Bragg – dass es anders kommen würde, haben wir nicht gedacht.

Vorher gab es noch einige Küsten-Zwischenstopps und eine Café-Empfehlung für dich, falls du jemals nach Mendocino kommst. Das Good Life Café in Mendocino ist genau der richtige Ort für Veganer eine kurze Kaffeepause einzulegen. Es gibt einige vegane und sogar glutenfreie Angebote, so wie Milchalternativen für den Kaffee. Sehr uriger Laden, direkt an der Hauptstraße – Parken direkt vor dem Haus ist kein Problem.

Fort Bragg

Nun nochmal zurück zu Fort Bragg. Wir haben immer kurz vor dem Erreichen eines Ortes, an dem wir schlafen wollten, online ein Hotel reserviert. So auch kurz vor Fort Bragg. Das Motel hatte ziemlich gute Bewertungen und für eine Nacht hatten wir – so dachten wir – nicht so hohe Ansprüche. Naja, nachdem dann eine tote Kakerlake direkt unter dem Bettlaken war und die Toilette aussah, als hätte jemand darauf geschossen, sind wir doch lieber weitergefahren. Da ganz Fort Bragg eher aussah wie aus einem Film, in dem der Hauptdarsteller aus einer üblen, trostlosen Gegend kam, entschieden wir kurzerhand weiterzufahren bis Eureka und dort in einem „richtigen“ Hotel zu nächtigen – es war traumhaft!

Redwood National Park

Am nächsten Morgen starteten wir die größte Etappe – von Eureka nach Florence, was sich dann schon im Bundesstaat Oregon befand. Aber nach der unerwarteten Strecke am Vortag hat mich nichts mehr schockiert – außerdem muss ich zugeben, dass mir das Fahren in den USA ziemlich gut gefallen hat. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind da eine ziemlich sinnvolle Angelegenheit. Nicht nur, dass es für die allgemein doch recht schlechten Autofahrer in den USA echt Sinn macht, ist es auch eine echte Entspannung im Vergleich zur Raserei in Deutschland. Natürlich überschreitet in den USA auch der eine oder andere die angegebene Höchstgeschwindigkeit, dennoch kann man auch total entspannt mit dieser Geschwindigkeit am Ziel ankommen.

Außerdem hatten wir ja Urlaub und überhaupt keine Eile, so dass wir auch immer wieder Zwischenstopps einlegten. Wie im Redwood National Park und dort spontan einen Mini Trail gemacht haben.

Florence

Gegen Abend erreichten wir Florence. Das Motel war für eine Nacht okay, in einem kleinen Taco-Laden gab es einen veganen Burrito, in den Supermärkten wurde es bzgl. veganem Angebot leider immer schlechter, je südlicher wir kamen. Natürlich gab es aber Getränke und Obst, so war das Überleben gesichert!

Portland

Glücklicherweise führte unser Weg am nächsten Morgen von Florence über Eugene nach Portland. Eugene ist schon wieder eine größere Stadt, in der es auch einen wunderbaren, großen Whole Foods gibt, in dem das vegane Angebot natürlich wieder groß geschrieben wird. Ein gelungener Zwischenstopp vor der eigentlichen Hauptstadt unseres Trips: Portland!

Was wir in Portland alles erlebt haben und welche meine liebsten veganen Locations sind, erfährst du in den verlinkten Artikeln.

Vancouver B.C.

Durch unsere doch recht schnellen Trips zwischen den Hauptzielen, mussten wir in Portland feststellen, dass wir bis zur Hotelreservierung in Seattle noch 4 Tage übrig hatten. Eigentlich sollten es nur 1-2 Tage sein, die wir erst Port Townsend verbringen wollen, um eine Whale Watching Tour zu erleben. Nachdem wir dann aber wirklich gründlich recherchiert hatten, war uns klar, dass wir diesen Wahnsinn nicht unterstützen wollten.

Also fand eine kurze Überlegung statt, diese 4 Tage in Forks zu verbringen auf den Spuren von Twilight. Nachdem dort aber alle Hotels so gut wie ausgebucht waren oder extrem überteuerte Preise anboten, kamen wir auf die Idee gleich noch weiter nach Vancouver zu fahren. Nach kurzer Recherche, ob das bgzl. Visum und Mietwagen irgendwelche Probleme darstellen könnte und nach schnellem Entschluss dort, ebenso wie in Portland, ein AirBnB zu buchen, waren wir auch schon auf dem Weg.

Vancouver ist wirklich ein Traum gewesen, eine tolle Stadt mit viel Kultur, Strand und Bergen – eine Stadt mit Sinn für Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die ihre Wirtschaft vor Ort aktiv unterstützt. Mehr zu meiner Lobeshymne auf Vancouver findest du hier und hier.

Seattle

Nach 4 wunderbaren Tagen in Vancouver fuhren wir für unsere letzten 3 Nächte zurück nach Seattle, um diese Stadt zu entdecken. Seattle ist auch bestens versorgt mit veganen Locations, so dass es Spaß macht, sich überall durchzuprobieren. Außerdem hängt über Seattle natürlich die große Glocke von Starbucks. Mehr zu unseren Erlebnissen in Seattle gibt es hier.