City Trip Los Angeles

Los Angeles stand schon lange auf meiner Bucketlist, nicht zuletzt, um etwas Hollywood Glam zu erhaschen. Filme wie Pretty Woman oder La La Land haben doch schon einige Ecken der Großstadt gezeigt, so dass ich neugierig war, was uns erwarten würde.

Vor unserer Abreise konnte ich doch ein paar Kommentare nicht ignorieren, wir würden dort kaum was Veganes zu essen finden, da die Amis ja nur Burger, Steaks und Spare Ribs essen. Gut, informiert hatten wir uns längst im Vorfeld, ganz davon abgesehen, dass sich der Lifestyle, besonders an der Westküste ziemlich geändert hat, nicht zuletzt sicher auch wegen der ganzen Reichen und Schönen…

Anreise & Unterkunft

Los Angeles sollte die ersten 3 Nächte unseres Westküsten Roadtrips unser Aufenthaltsort sein. Leider hatte unser Flug 4 Stunden Verspätung, mit Immigration, Koffer- und Mietwagen Abholung waren wir dann statt um etwa 17 Uhr, leider erst um 22 Uhr im Hotel. Da lief natürlich am ersten Abend nichts mehr, wir sind einfach total müde ins Bett gefallen.

Dafür wurden wir am nächsten Morgen durch einen wunderbaren Ausblick von unserem Hotelzimmer direkt auf das Hollywood Sign belohnt. Wir hatten ein Best Western Hotel in West Hollywood gewählt, das bei der Buchung einen ganz guten Eindruck machte und für nur 20 Dollar Parkgebühr pro Tag sogar einen Parkservice mit anbot. Über den Parkservice war ich besonders glücklich, denn ich wurde bei der Autovermietung mit einem etwas größeren Wagen überrollt, den ich in dieser ersten Nacht sicher nicht adäquat eingeparkt hätte…

Erster Besuch im Supermarkt und Frühstück

Allen Unkenrufen zum Trotz befand sich nur 400 m von unserem Hotel entfernt das erste Bistro mit vielen veganen Alternativen. In unmittelbarer Nähe dazu der Supermarkt Gelson´s, der ein richtig umfangreiches veganes Sortiment im Angebot hat. Mehr dazu findest du auf Instagram in meinen archivierten Insta Stories zu Los Angeles. Wir waren also super glücklich beim Frühstücken im Locali (Hollywood). Für 29 Dollar gab es 2 halbe Sandwiches (BLT mit super leckerem Tempeh Bacon und Reuben), 1 Kaffee und 1 Smoothie – willkommen in Hollywood!

Öffentliche Verkehrsmittel

Nach dem Frühstück machten wir uns auf nach Downtown. Wir sind die totalen „Fußgänger“ und erobern gerne die meisten Städte spazierend. Von Hollywood nach L.A. Downtown war es dann doch etwas zu weit. Also haben wir uns für die Metro entschieden. Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass es nicht ratsam und recht unsicher wäre, die U-bahn in Los Angeles zu nutzen, während man es beispielsweise in New York City recht unbedenklich machen könnte. Da wir die Bahn gegen Mittag nahmen, machten wir uns da nicht so nen großen Kopf, kauften zwei Tageskarten (je 7 Dollar + 1 Dollar für die aufladbare Karte) und stiegen in die Bahn.

Zugegeben, es waren ein paar Junkies und Obdachlose in der Bahn, welche teilweise schliefen, aber wir wurden weder angesprochen, noch war die Fahrt irgendwie unangenehm. Die Bahn war sogar recht voll und wurde von vielen Einwohnern genutzt. Aufgefallen ist mir, dass ein paar Leute Plastiktüten dabei hatten und damit die Sitzflächen bedeckten. Naja, safety first!

Unterwegs mit dem Auto

Natürlich kannst du nach Downtown auch mit deinem Auto fahren. Es gibt hier eine Menge an Parkhäuser und öffentlichen Parkplätzen gegen durchaus bezahlbare Gebühren.

Downtown L.A.

Wer, so wie ich, sein Herz an New York City verloren hat, wird sich mit Downtown L.A. etwas schwer tun. Um die netten Entdeckungen und Reize des Stadtzentrums zu sehen, muss man schon etwas genauer hinsehen und ein paar Hotspots folgen. Dennoch, ein Vergleich mit der Metropole an der Ostküste hinkt und daher zeige ich euch hier den Charme von L.A.!

Wir sind direkt von Hollywood bis Pershing Square gefahren. Dort gibt es gleich die erste Sehenswürdigkeit zu bestaunen: die kleine traditionelle Bahn Angels Flight Railway. Für nur 1 Dollar kannst du die einfache Strecke auf den Bunker Hill genießen. Alternativ kannst du diese Strecke auch als kleinen Spaziergang planen, vorbei an der Walt Disney Concert Hall und schließlich den Angels Flight von oben begutachten.

Anschließend steuerten wir direkt den Last Bookstore an. Eine verrückte und sehr umfangreiche Auswahl an Büchern aller Genres. Diesen Laden musst du gesehen haben.

Schnelles Essen

Fast Food gibt es in den USA an jeder Ecke. Es scheint das, was wir bei uns im TV über die „Amis“ so sehen, der Realität zu entsprechen: gegessen wird meist auswärts und das muss schnell gehen. Logisch, dass es hier so viel mehr als die auch hierzulande üblichen Verdächtigen gibt. Dennoch, einen Tipp möchte ich dir für Downtown L.A. mitgeben, den ich allerdings nicht selbst probieren konnte, da wir später noch zum Essen verabredet waren. Und als wir Vormittags die Hallen betraten, war hier noch nicht wirklich viel los und die meisten Stände noch am Vorbereiten. Die Rede ist von der Food Hall am Grand Central Market. Hier gibt es Ramen Hood mit komplett veganen Ramen. Bin immer noch etwas enttäuscht, dass wir keine Zeit mehr hatten, hier noch etwas zu probieren.

Café mit veganen Angeboten

Nach dieser Erkundungstour war es erstmal Zeit für einen Kaffee. Im Verve Coffee gibt es nicht nur grandiosen Kaffee, sondern auch das eine oder andere vegan Teilchen, so dass 2 Donuts auf unseren Tellern landeten. Ich schwärme heute noch von diesem Kaffee, eigentlich nur ein ganz normaler Cappuccino mit Mandelmilch für 5 Dollar, aber so unglaublich lecker, total aromatisch und mild. Ich hab meinen Mann den Rest der Reise mit meiner Schwärmerei genervt – und während unseres Trips nirgends, wirklich nirgends einen vergleichbar guten Kaffee getrunken!

Hollywood – Walk of Fame

Unser Hotel befand sich ja in Hollywood. Ein ziemlich großer Vorteil daran war, dass wir somit nur 10 Minuten zu Fuß zum Walk of Fame gehen brauchten. Wir konnten also das Auto erneut getrost in der Garage des Hotels stehen lassen. Den Walk of Fame habe ich mir im Vorfeld natürlich mit etwas Glamour und vielen, vielen bekannten Stars gepflastert vorgestellt. Ich hab mich buchstäblich an jedem Stern stehen sehen, um ein Foto zu schießen. Wenn ich das schon so erzähle, wirst du ahnen: ich wurde etwas enttäuscht. Natürlich vorweg zu sagen ist, dass der Hollywood Boulevard der größte Touristenmagnet in der Stadt ist, was dazu führt, dass hier wirklich viel los ist. Ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten.

Wir waren direkt vor dem Chinese Theatre mit einer Bekannten aus Deutschland verabredet, die vor zwei Jahren ausgewandert ist und nun ihre Brötchen als Schauspielerin in Hollywood verdient. Eine echte Kämpferin und auch ein bisschen Überlebenskünstlerin – denn in Hollywood wartet niemand auf eine deutsche Schauspielerin, so liegen zwei harte Jahre hinter ihr, die aber dazu geführt haben, dass sie inzwischen allein von der Schauspielerei leben kann und das beeindruckte uns doch ziemlich. Wann bekommt man schon sonst die Gelegenheit sich das Geschäft um die Schauspielerei und die verschiedenen „Rangordnungen“ erklären zu lassen? Und nicht zuletzt mal ein paar  Geheimtipps zu entlocken, wo man möglicherweise einem Star übern Weg laufen kann.

Nach einer weiteren gemeinsamen Runde auf dem Walk of Fame, einem Blick in das Egyptian Theatre und einer kurzen Begutachtung (von außen) des vermeintlich besten Souvenirshops auf dem Hollywood Boulevard „La La Land“, direkt an der Kreuzung des Chinese Theatres, knurrte langsam der Magen. Und so stürzten wir uns mit dem Auto in den Feierabendverkehr auf den Freeway und orientierten uns Richtung Studio City, wo es DEN Taco Streetfood Laden schlechthin geben sollte: Hugo´s. Immerhin gibt es hier 2 komplett vegane Füllungen für die Tacos – eine mit Gemüse und die andere mit Soja-Chorizo. Des Weiteren gibt es auch Nachos, Burritos und Tosdadas, die es alle mit veganen Optionen gibt, aber auch komplett vegane Churros und Softeis. Also der perfekte Laden für einen Abstecher. Aufgrund der Lage ist der Laden nicht extrem überlaufen, dennoch aber sehr gefragt.

Zurück zum Hotel ging es dann über die Hollywood Hills mit ein paar Zwischenstops an einigen der zahlreichen tollen Aussichtspunkte, die die Stadt zu bieten hat.

Santa Monica

Der nächste Morgen brachte uns dazu, das Auto mal wieder aus der Garage zu holen. Nach einem kurzen Frühstücksstop im Whole Foods Market, ging es direkt weiter Richtung Santa Monica.

Santa Monica ist eine wunderbare kleine Stadt, die einen Teil ihrer Popularität der Serie „Baywatch“ zu verdanken hat. Mit dem Auto kannst du direkt bis an den Strand fahren und hier einen der vielen öffentlichen Parkplätze nutzen. Zu unserem Erstaunen liegen die Preise hier zwischen 10 und 15 Dollar/Tag, was nach unseren bisherigen Erfahrungen und denen, die noch auf uns warteten, ein echtes Schnäppchen für diese Lage ist.

Wir parkten das Auto also in direkter Nähe zum Pier, welches mit vielen Attraktionen wie Fahrgeschäften, Riesenrad, Souvenirshops und Fast Food lockt. Außerdem ist in Santa Monica offiziell das Ende der Route 66.

Venice Beach

In einer knappen Stunde Spazierweg kommt man von Santa Monica nach Venice Beach. Die Meisten mieten sich jedoch für diese Strecke einen Elektroscooter oder ein Fahrrad – beides gibt es in Hülle und Fülle vor Ort zu mieten. Wir gingen aber zu Fuß – erstens, weil wir Zeit genug hatten und zweitens, weil wir diese wunderschöne Umgebung bis ins Detail aufsaugen wollten. Die Strecke ist wirklich sehr schön und gut auch zu Fuß zurückzulegen, der Weg führt direkt am Strand entlang. Jede Menge Beachvolleyball-Netze und Fitnessgeräte warten hier auf Sportbegeisterte, daneben liegen Bikini-Schönheiten im Sand. Gespickt wird die traumhafte Kulisse immer wieder von „Homeless People“, die hier aber offenbar sehr friedlich am Strand leben. Teilweise, je näher man an Venice Beach kommt, verkaufen sie auch selbstgebastelte Produkte und Kunststücke, manche mehr, manche weniger schön – aber immer authentisch.

Am Strand von Venice Beach habe ich einen Souvenirshop entdeckt, der California Love heißt und in dem ich nicht nur einen süßen Magneten aus Holz erstehen konnte, sondern auch einen tollen Jutebeutel mit California-Aufdruck. Zudem gibt es hier auch jede Menge T-Shirts mit schönen California Prints, die auch im Alltag in Deutschland gut zu tragen sind.

Und wo wir schon mal beim Shoppen waren: wir brauchten ja auch noch eine kleine Belohnung für den langen Weg, den wir so kühn zu Fuß zurückgelegt haben, während andere auf halber Strecke einen Scooter brauchten.

Obwohl wir in Berlin wohnen, habe ich bisher die veganen Sorten von Ben & Jerry´s noch nirgends gesehen, zumindest nicht in unserem Bezirk (und der Berliner bewegt sich kaum über seine Grenzen…), daher mussten wir einfach zuschlagen, als wir an der Ben & Jerrys Eisdiele am Venice Beach vorbeikamen. Fazit: so unglaublich leckeres Eis, man schmeckt jede Kalorie, aber das ist es hin und wieder wert! Gesund essen geht in Deutschland einfach viel, viel besser!

Für die Kaffeepause zwischendurch lohnt sich ein Besuch im Dogtown Coffee (Video über das Business und die Geschichte dahinter). Hier gibt es regionalen Bio-Kaffee, selbstverständlich mit veganen Milchalternativen. Auch Müsli und andere Snacks gibt es als vegane Alternativen. Der Laden ist aber vor allem wegen seiner Surfer- und Skatergeschichte ein #1 Spot in Santa Monica.

Hollywood Hills

Zurück im Hotel bereiteten wir uns kleidungstechnisch auf den kühlen Abend in den Hollywood Hills vor und machten uns auf den Weg zum Griffith Observatory. Wer La La Land gesehen hat, wird sich über dieses kostenlose Highlight am meisten freuen. Nicht zuletzt ist auch der Ausblick auf die Stadt und das Hollywood Sign den Weg hierher wert.

Zum Aussichtspunkt kommst du auf verschiedene Wege: Shuttle Bus, Auto oder Wandern. Du kannst auch Auto und Wandern verbinden, so wie wir es getan haben. Kostenlos kannst du etwa 1 Mile weiter unten parken und das letzte Stück bergauf wandern. Das empfiehlt sich natürlich eher in den Abendstunden, da es dann wirklich angenehm kühl ist für diesen, teilweise recht steilen Aufstieg. Direkt am Observatory sind die Parkmöglichkeiten etwas begrenzt, weshalb meist unten schon die Straße gesperrt wird – so kann es auch sein, dass du ungewollt zu dem Vergnügen kommst, den Weg raufzuwandern. Aber das ist es auf jeden Fall wert.

Goodbye Los Angeles

Unsere Tage in L.A. vergingen leider viel zu schnell, daher haben wir beim Verlassen der Stadt noch alles in uns aufgesaugt, was ging:

  • Über den Rodeo Drive fahren (hier solltest du unbedingt mehr Zeit einplanen, als wir. Der Rodeo Drive ist eine ziemlich lange Straße, die zuerst durch ein ganz normales Wohngebiet führt. Und plötzlich landest du auf diesem berühmten Stück aus den bekannten Filmen und es sieht aus wie eine Filmkulisse. Total abgefahren! Auf jeden Fall einen Zwischenstopp wert!)
  • Ein Besuch in einem Ralph´s Supermarkt, in dem auch einige Stars und Sternchen des Öfteren gesehen werden. Gleich vorweg: wir haben niemand gesehen und im Gegensatz zu „unserem“ Gelsons der letzten Tage, war das Angebot für uns doch sehr übersichtlich und enttäuschend.

Danach ging es weiter auf den Freeway 101 Richtung Santa Maria und wir ließen die Stadt der Reichen und Schönen hinter uns.

Was wir noch gerne gesehen hätten, wenn wir länger hier geblieben wären:

  • Universal Studios
  • Rodeo Drive
  • Little Pine Restaurant – ich hab mich so in deren Instagram Feed verliebt
  • und all die anderen veganen Spots in L.A. – hier verhungert wirklich keiner!

Nice to know:

Location

  • Die Nähe zum Pazifik auf der einen und die Wüstenregionen auf der anderen Seite sorgen dafür, dass es in Los Angeles zwar tagsüber wirklich sehr warm wird, morgens oder abends kannst du aber eine Jacke und/oder lange Hose gut gebrauchen.
  • Die Obdachlosigkeit in Los Angeles ist wie in vielen amerikanischen Städten recht hoch. Im direkten Vergleich zu den anderen Städten unserer Westküsten Tour würde ich aber sagen, dass es hier ein recht unproblematisches Miteinander gab – meiden solltest du allerdings die Region um Inglewood

Lebensmittel

  • Bei Whole Foods gibt es viele vegane Bio-Produkte, wie Wraps oder Gebäck zum praktischen Mitnehmen auf der Tagestour. Wobei die ganz normalen anderen Supermärkte in Los Angeles auch über ein sehr gutes veganes Sortiment verfügen.

Fazit

L.A. ist auf jeden Fall eine Reise wert – bring auch gerne ein paar Tage mehr mit, denn du wirst sie brauchen. Empfehlenswert ist es aber auf jeden Fall, ein paar Tage mit einem Mietwagen unterwegs zu sein, da die Distanzen zwischen den einzelnen Orten doch recht groß sein können.

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2018-07-25T20:46:38+00:00Juli 2nd, 2018|Categories: Travel|Tags: , , , , , , , , , , , |